Bonsai Anzucht vom Anfäger

Hier findet Ihr Beiträge speziell für Bonsai-Neulinge und Zimmerbonsai.
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DerSchulz
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Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von DerSchulz »

Moin Moin !

Ich habe mir ein paar Stecklinge besorgt aus dem Garten meiner Eltern und habe sie einmal in mein Zimmergewächshaus eingepflanzt.
Ich bin mir nicht sicher was ich da alles gesammelt habe.. Vielleicht kann der eine oder andere mir helfen :D
Außerdem habe ich dazu noch die eine oder andere Frage:
Das Gewächshaus steht an einem Südfenster aber nicht in direkter Sonne, ist das ok?
Ich habe mich mit der Bewässerung etwas zurück gehalten, da ich angst habe, dass mir die kleinen Helden verschimmeln. Richtig?

Zur Info:
Ich habe Anzuchterde von OBI und kleine Torfanzuchttöpfe genommen. Die Stecklinge wurden vorher an der zu heranwachsenden Wurzel mit Neudofix bepudert.

Hier meine kleinen Pflänzchen:


Steckling #1 (Name Vergessen)
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Steckling #2 (Etwas angefressen aber ich hoffe der macht's)
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Steckling #3 Buchsbaum
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Steckling #4 Japanischer Ahorn
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Steckling #5 Wahrscheinlich Liguster
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Und hier mein Gewächshaus:
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Das ist meine erste Anzucht also bitte bewerft mich mit Tipps :)
Und klärt mich auf ob ich hier gerade was total falsch mache
Zuletzt geändert von DerSchulz am 12.05.2015, 22:05, insgesamt 1-mal geändert.
Richard
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Richard »

Hallo,

ich will Dir ja nicht Deine Illusionen rauben. Ich geb den Stecklingen im Zimmer ein paar Tage, max. ein paar Wochen. Stell das Zeugs raus in an einen schattigen Platz, dann hat ggf. das eine oder andere eine Überlebenschance.

Merke: Alles was Draussen wächst gehört auch nach Draussen. Im Zimmer kannst Du max. tropische/subtropische Stecklinge ziehen.

Gruß Richard
Willst Du einen Tag glücklich sein - betrink dich, willst Du ein Jahr glücklich sein - heirate, willst Du ein ganzes Leben glücklich sein - dann werde Hobbygärtner. ;-)
DerSchulz
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von DerSchulz »

Okay das werde ich gleich morgen machen. Jedoch habe ich gelesen, dass bei der Bewuzelungs Phase es eher warm sein muss... Meinst du, dass die Stecklinge eine kalte Nacht überstehen?

Btw wie oft sollte ich gießen?

LG
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Thomas
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Thomas »

Hallo,
evtl. wäre eine Vorstellung Deinerseits ganz nett gewesen.
Dann wäre evtl. klar geworden, was Du so Deine Pläne sind , also was Du vorhast mit den Sachen.

Ok, da wir ein Bonsaiforum sind, gehe ich davon aus , dass es im Zusammenhang mit Bonsai steht.

Trifft letzteres zu, wäre es auch ganz gut zu wissen, was Du da schon für Erfahrungen und Voraussetzungen hast bzw. ob irgendeine Basis an Wissen da ist, auf die man bauen kann.

Da Du bei Deinen Eltern wohnst, gehe ich mal davon aus, dass Du der Generation unter 30 zuzuordnen bist, aber auch das ist heutzutage eine vage Vermutung.

Du fragst also nach Tipps.
Gegenfrage: Wofür?

Darum erst mal ganz allgemein.

Wenn immer jemand sich weg von Glotze und Smartphone bewegt und kleine Bäumchen im Topf zieht ist das schon mal ein guter Anfang.

Bis zum Bonsai ist es allerdings ein weiter Weg.
Zunächst solltest Du Dir paar Basics reinziehen, entweder hier im Forum (siehe Eingangsartikel
im Anfängerforum oder unten in der Fachabteilung) oder über ein gutes Buch.
Das ist Voraussetzung, denn in so enem Forum kann man zwar Tipps geben, ber nicht erklären , wie Bonsai funktioniert.
Auch ein Mindestmaß an Artenekunde, also wie zumindest die gangigen heimischen Gehölze heißen und ausssehen sollte man sich aneignen.

Was wir auch nicht vermitteln können, ist das Gefühl für die Esthetik von Bonsai.
Da sich diese an der Natur orientiert, ist der Gang in den Wald und die Berge wichtig, also dahin, wo alte Bäume natürlich wachsen.
Nur wer eine alte Eiche mal live in der Natur gesehen hat, wird diese auch als Bonsai gestalten können.

Wie schon gesagt, sollten die Pflanzen raus ins Freie.
Besser als eines dieser Zimmergewächshäuser sind übrigens Klarsichtboxen, die richtig dicht schließen.
Wichtig bei der Bewurzlung ist nämlich, dass Luftspannung da ist .
Einmal richtig befeuchtet und besprüht und dann Klappe dicht.

Noch ein grundsätzlicher Tipp.
Wie Du ier in einigen Beiträgen lesen kannst, sthe ich der Stecklingsanzucht in puncto Bonsai sehr skektisch gegenüber.

Es dauert seher , sehr lange ehe da Ergebnisse kommen und ohne gärnerische Vorbildung stehen die Cancen eher schlecht, dass da was wirklich gutes rauskommt.
Mit Bonsai hat das in den nächsten 5-10 Jahren wenig zu tun eher mit Gärtnerei.

Du willst sicher jetzt Bonsai machen .
Besorge Dir also parallel zu Deinem Sämlingsprojekt einen ordentlichen handfesten Baum, etwa eine heimische Ulme oder Buche.
Für unter 100 Euro bekommst Du schon ordentlich vorbereitetet handfestes Rohmaterial.
Da hast Du was , was wo Du schnell Erfolge siehst und das ist am Anfang ganz wichtig.
DerSchulz
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von DerSchulz »

Hi Thomas,

Ich bin 20 Jahre alt und komme aus Hamburg. Ich besitze schon 2 kleine Liguster ( 4 & 7 Jahre alt ). Fachlektüre habe ich natürlich auch gelesen.

Meine Pläne sehen wie folgt aus:
Ich möchte die gezeigten Stecklingen heranzüchten und Sie zu kleinen Bonsai machen. Mir ist bewusst, dass es viel Geduld und Zeit beansprucht und ich bin bereit dies in Kauf zu nehmen.

Mit Tipps meine ich, ob hier jemand schon einmal Anzucht von Stecklingen gemacht hat und eventuelle Hinweise, die es zu beachten gilt, hat.

Momentan z.B. lassen alle Stecklinge die Blätter hängen, ist das normal?
Feucht sind sie. Aber nicht Nass ... Sie standen den ganzen Tag in dem Gewächshaus (draußen, halbschatten)
Zur Nacht nehme ich Sie rein, ich habe etwas bedenken, dass die Nächtliche Kälte schaden könnte.
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Agatosch
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Agatosch »

Moin DerSchulz,

herzlich Willkommen hier im Forum. Schön das du unseren Rat aufsuchst :).

In deinem Fall ist der Weg das Ziel.Da du Stecklinge geschnitten hast wird es einige Zeit dauern bis du dich an einem Bonsai erfreuen kannst. Ich habe auch Stecklinge von meiner Chin. Ulme geschnitten und habe sie 2 jahre einfach nur wachsen lassen. Jetzt beginne ich sie in Form zu bringen.

Wie ich gesehen habe, hast du die Verdunstungsfläche auf dem ersten Bild reduziert. Dies ist genau richtig! Was mir nicht so gut gefällt sind zwei Sachen.

Zum einen die Töpfe zum anderen das Substrat. Die Töpfe habe ich auch mal benutzt aber nur für "normale" Gartenpflanzen. Diese werden auch nach der Zeit von den Wurzeln durchstoßen. Hintergrund ist, dass man die Pflanze nicht aus dem Topf nehmen muss, sondern gleich mit Topf in einen größeren Topf topfen kann. Der Torf (nährstoff armer Boden) verrottet bzw zersetzt sich nach einiger Zeit.

Zu dem Subtrat.

Dies ist mit einer der wichtigsten Punkte! Im laufe der Zeit versucht der Bonsailiebhaber ein schön verzweicktes Wurzelsystem zu schaffen, indem er die Wurzeln schneidet (Wurzelschnitt). Dies wird gemacht damit sich feine Wurzeln (Haarwurzeln) bilden. Was wiederrum die Nährstoffaufnahme begünstigt!

Bonsaierde ist nicht wirklich "Erde", sondern besteht aus Kockusnussfaser, Bimskies und andere Zusatzstoffe. Die Kockonussfasern nehmen das Wasser auf und der Bimkiess lockert die Erde auf. Auch mit dem Sauerstoff hat das was zu tun, aber das ist eine andere Geschichte.

Schau dir mal meinen Thred "Meine Freunde..." an ( viewtopic.php?f=8&t=6051 ). Habe erst vor kurzem mir zwei Pflanzen auf dem Baumarkt besorgt und sofort das Substrat ersetzt.

Ich schlage dir vor:

Nehme Plastiktöpfe (9ner), wechsel das Substrat (falls es geht) und Stell die Babies ins Freie aber noch net direkt in die pralle Sonne.

Bei Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung. Einfach PN an mich


Liebe Grüße Agatosch
DerSchulz
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von DerSchulz »

Hallo Agatosch,

Also meinst du, dass ich zum aufziehen und bewurzeln bonsai erde nehmen soll? Momentan habe ich wie gesagt Kräuter und Aufzuchterde speziell zum anzüchten .. deswegen dachte ich das wäre die bessere Wahl gewesen.

Ich werde die aktuellen Stecklinge erstmal so lassen und mache zwei bis drei neue in 9er Töpfen mit Bonsai Erde :)

Hast du deine Stecklinge immer Draußen gelassen? Ich meine wegen der Kälte. Habe gelesen, dass Kälte absolut nicht gut für die Steckis ist.

LG
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Agatosch
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Agatosch »

Hi,

nein nicht soll ;) du kannst. Es ist eig mehr oder weniger egal in der Anfangszeit (1. Monat)! ICH würde Bonsaierde benutzen.

Jep, das würde ich auch sagen. Lass sie jetzt erstmal anwurzeln und dann wechselst du das Substrat.

Zu deiner Frage bezüglich meiner Stecklinge - Ja habe sie immer, bei Wind und Wetter draußen gelassen. Pralle Sonne, Sturm, Frost. Unsere Heimischen Pflanzen brauchen das. Kiefersamen benötigen z.b. Frost damit sie im nächsten Jahr keimen ;) !

Meine Stecklinge wachsen im moment wie verrückt. Habe 9 Chin. Ulmen im Gewächshaus die ein richig saftiges Grün haben und 5 weitere im Acker die Wild wachsen.

(Schau mal die Tage in meinem Thred vorbei. Werde bald was neues Posten. Hinsichtlich der Stecklinge. Aber auch mit meinem Junischnee, der hat ne lange Geschichte hinter sich.)

Wenn sie Winterhart sind lass sie draußen überwintern. Das kommt der Gesundheit der Pflanze zugute und sie treibt schön aus. Viel stärker als wenn du sie im Zimmer stehen lassen würdest !!!!!

Nein das kann man so nicht genau sagen, dass der Winter nichts für Steckis ist! Du must drauf aufpassen dass der kleine Topf nicht durchfriert sonst heißt es " * Over" !
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Thomas
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Thomas »

Bonsaierde ist natürlich ein weiter Begriff.
Konkret ist eine Mischung aus Kokos und Blähschiefer oder -ton für solche Zwecke gut geeignet.

Wie gesagt, ich will Euch die Sämlingszieherei nicht vermiesen.
Für jemanden, der bisher wenig gärnerisch gemacht hat , ist das auch ganz gut, sich auf die Weise bischen heranzutasten.

Schaut Euch dazu mal meinen Beitrag Bonsaibaumschule an!
viewtopic.php?f=10&t=1805

Die Hainbuchen in dem Beitrag habe ich um 1995 als 3-7 jährige Heckenpflanzen erworben.
Das letzte Bild stammt von 2012.
Inzwischen stehen die ersten davon in Schalen und bei 1-2 davon ist der grundlegende Astaufbau soweit abgeschlossen, d. h. alle Äste sind da , wo sie sein sollen.
Es wird noch so 5 -10 Jahre dauern bis alle Wunden zu sind und die Verzeigung so aufgebaut ist, dass man daran denken kan, den auch mal irgendwo zu präsentieren.
Von ca 20 Ausgangsbäumen sind letzlich nur 3-4 als wirlich brauchbar übrggeblieben.

50-100 Euro für Material wie auf Bild von 2012 bedeutet fast 20 Jahre gespart.
(Lebens-)Zeit ist mit nichts zu bezahlen.
Bezogen auf diverse Baumarten:
Die meisten Arten bekommen erst nach 30 Jahren Borke (Eiche Kiefer, Ulme...).
Ohne diese Borke wirken sie nicht als Bonsai sondern als Jungpflanzen.


Übertragen auf Dein Projekt:
Du brauchst mindestens 10 Ausgangspflanzen um in ca 20 Jahren 1-2 Bäume als Ausgangsmaterial zu bekommen.
Ausgangsmaterial heißt, von da ab beginnt eigentlich erst Bonsai und von da ab kannst Du noch mal 10-15 Jahre einplanen.

Darum mein Rat: Nicht verzetteln und parallel neben der Gärterei auch mit Bonsaimaterial arbeiten.
Und ganz wichtig:
Kontakt vor Ort suchen!
Es gibt im BonsaiClub Deutschland ein flächendeckendes Fortbildungsnetz, das man nutzen sollte (Für Mitglieder meist kostenfrei bzw. bezuschusst )!
Gerade jetzt auf die überall stattfindenden Events (Ausstellungen, Präsentatonen, Händlertage...) gehen, Bonsai live ansehen, den Leuten Löcher in den Bauch fragen!
DerSchulz
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von DerSchulz »

Moin,

Kurzes Update:
Die sind leider alle nichts geworden :/ 3 haben angefangen zu Schimmeln und die anderen haben nach der langen Zeit keine Reaktion gezeigt.
Naja ich hab mittlerweile aber einen Haufen Eichen Sämlinge und Findlinge eingepflanzt die alle super austreiben. Ebenfalls habe ich Kiefern und Ahorn Samen eingepflanzt, welche seit 2 Wochen schon kräftig keimen :)


Cheers
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Thomas
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Re: Bonsai Anzucht vom Anfäger

Beitrag von Thomas »

Mancher kann es nicht lassen, selbst nach den Empfehlungen (Siehe meinen letzten Beitrag) und
nach den ersten Fehlversuchen.

Willst Du Bonsai machen oder Jahre damit zubringen, mit Sämlingen rumzugärtnern?
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